Ab jetzt heißt es 你好

你好 –so sagt man auf Chinesisch Moin. Wir sind nach einem angenehmen Flug sicher in Ningbo angekommen und wurden herzlichst an der Wanli Universität empfangen. Uns war bereits bewusst, dass die chinesische Universität wesentlich größer sein wird als unsere heimische BA, aber beeindruckt sind wir trotzdem: Mehr als 20.000 Studenten leben auf unserem neuen Campus. Entsprechend gibt es mehrere Studentenwohnheime, viele Studiengänge sowie Nationalitäten der Studierenden, gigantische Gebäude, in denen sich viele moderne Vorlesungsräume befinden, kleine Supermärkte, Kantinen, Cafés, Basketballfelder, Sportplätze und vieles mehr. Um erst mal alles Wichtige zu bekommen, mussten wir also nicht einmal den Campus verlassen. Zunächst hatten wir Zeit anzukommen, wurden mit den ersten chinesischen Studierenden bekannt gemacht, auf dem Campus herumgeführt und konnten uns in aller Ruhe in unseren geräumigen Zimmern einrichten.

Am Dienstag hat unser Studentenleben dann richtig begonnen. Wir haben am Morgen unsere Kommilitonen kennengelernt, mit denen wir an Praxisprojekten in Vierergruppen zusammenarbeiten. Die gleichaltrigen chinesischen Studenten stellten sich mit großer Begeisterung vor und freuten sich genau so sehr wie wir auf die bevorstehende Zusammenarbeit. Die Gruppen haben wir so eingeteilt, dass jeweils ein chinesischer Manager und Designer mit je einem deutschen Manager und Designer zusammenarbeiten. Auf diesem Wege können wir kulturelle sowie fachliche Kompetenzen auszutauschen und viel Neues lernen.
Am Nachmittag haben wir uns gemeinsam auf den Weg zu den uns betreuenden Unternehmen gemacht. Diese sind eine chinesische Designagentur, die überwiegend Kunden aus dem Foodbereich betreut, eine staatliche Kreativagentur, welche die Stadt Ningbo promotet und eine Töpfermanufaktur mit dem Schwerpunkt auf Teeservice und Zubehör.
Die Unternehmen haben bereits spannende Projekte für uns ausgearbeitet und werden in den drei Wochen in einem engen Austausch mit uns stehen. In einer Vorstellungsrunde konnten wir die Unternehmen besser kennenlernen, wurden über die bevorstehenden Projekte gebrieft und konnten Fragen stellen. Alle Projekte haben uns sehr angesprochen, weshalb die Entscheidung, welche Gruppe welches Projekt übernehmen will, uns nicht leicht fiel und wir fairerweise das Los entschieden ließen.

Anfänglich haben wir uns bezüglich unserer Reise auf den asiatischen Kontinent so viele Gedanken gemacht, waren unheimlich enthusiastisch aber hatten auch Ängste. Wie schmeckt uns das chinesische Essen? Was werden Selina und Klara als Veganerin und Vegetarierin essen? Wie würden die Studentenwohnheime sein? Werden wir uns gut mit unseren chinesischen Kommilitonen verstehen und verständigen können? Was für Projekte werden auf uns warten? Werden wir das alles meistern?

Wir haben bereits so viel Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft erfahren, neue Freunde gefunden, neues Essen probiert, eine neue Kultur entdeckt und zu guter Letzt uns selbst vertraut, sodass keine dieser Unsicherheiten noch ein Thema ist. Einzig die vegane sowie vegetarische Ernährung ist hier eine kleine Herausforderung –aber das braucht Platz für einen weiteren Blogeintrag, indem Selina und Klara ihre Erfahrungen teilen werden.

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