Taifun in Ningbo!

Die ersten Tage hatten wir immer warmes Wetter und unser Sommer wurde so netterweise verlängert.
Doch am achten Tag traf der Taifun „Mitag“, der achtzehnte Taifun diesen Jahres in China, auf Ningbo. Aus diesem Grund gingen wir den Tag über nicht raus, sondern verschanzten uns in der Lobby von unserem Wohnheim. Zwischendurch erschreckte uns eine herunterfallende Glasscheibe, die durch den starken Wind aus einem der Fenster im ersten Stock fiel.
Nach einiger Zeit bekamen wir jedoch Hunger. Dafür mussten wir allerdings unser Wohnheim verlassen. So beschlossen Nicklas und ich zum Chinesen unseres Vertrauens zu gehen. Wir zogen uns beide Hoodie und Jacke an, nahmen einen Regenschirm mit und packten unsere Handys in eine Plastiktüte … man weiß ja nie. Draußen wunderten wir uns über den leichten Regen und schwachen Wind. Hinter dem Wohnheim war unsere Straße jedoch komplett überschwemmt und der Weg gestaltete sich so zu einem Abenteuer. Wir mussten von einer Insel zur anderen springen und auf den Bordsteinkanten der Rollerstellplätze entlang balancieren. Normalerweise brauchen wir für den Weg zum Restaurant nur zwei Minuten, auf unserer Mission Essen zu besorgen, brauchten wir jedoch 15 Minuten.
Endlich angekommen bestellten wir direkt unseren berühmten „Reis für acht“ für alle.
Vom Restaurant aus konnte man dann auch sehen, wie überflutet die Straßen eigentlich waren.
Der Unterschied zwischen uns und den Chinesen, die ebenfalls unterwegs waren, war, dass sie in Flip Flops und kurzen Hosen unterwegs waren und so ganz entspannt durch die überfluteten Straßen liefen.
Der Rückweg gestaltete sich als noch schwieriger, da unser Regenschirm den Geist aufgab. Einmal konnte er uns dennoch behilflich sein, indem wir ihn als Insel zur Überbrückung eines besonders überfluteten Abschnitts benutzten.
Wieder angekommen freuten wir uns auf das Essen und über die verdutzen Gesichter, da alle davon ausgingen, dass wir komplett durchnässt zurückkommen würden. Vor allem auf das Gesicht von Sophie, die sich vor unsere Mission schon schadenfroh freute, wie durchnässt wir wieder zurückkommen werden, was wir aber gar nicht taten … oder haben wir uns doch noch schnell ungezogen? 🙂
Zusammenfassend kann man sagen, dass dieser Weg ein echtes Erlebnis war und wir dieses nicht so schnell vergessen werden.

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